Das Projekt «wärmenetz GSG»

Die energienetz GSG AG realisiert im Gebiet St.Gallen West, Gossau Ost und Gaiserwald ein Niedertemperatur-Wärmenetz – das wärmenetz GSG. Überschüssige Energie (Abwärme) von Industrie und Gewerbe wird über dieses Netz verteilt und zur Beheizung und Klimatisierung von Wohn- und Büroräumlichkeiten genutzt. Das Ziel ist, langfristig den ganzen Perimeter und die angrenzenden Wohn- und Gewerbegebiete mit Raumwärme und -kälte zu versorgen und damit die CO2-Emissionen im Perimeter substantiell zu reduzieren.

Der Initialcluster

Die Ernst Sutter AG kann nur Teile ihrer grossen Abwärmepotentiale aus den Kälteprozessen selber nutzen. Der unvermeidbare Überschuss wurde bisher an die Umwelt abgegeben. Mit der Einbindung an das Wärmenetz kann dieses Potential genutzt werden, um die Kundschaft der energienetz GSG AG mit Raumwärme und Klimakälte zu versorgen. Der dafür notwendige Temperaturhub erfolgt dabei über Wärmepumpen-Heizanlagen, welche dank der hohen Quellentemperaturen von 8 bis 28°C sehr effizient betrieben werden können. Die CO2-Emissionen im Perimeter des Initialclusters werden pro Jahr um über 510 Tonnen CO2eq reduziert, was einer Einsparung von rund 175’000 Liter Heizöl pro Jahr entspricht.

Teil des Initialclusters, der ersten Ausbauetappe des Wärmenetzes, sind die Firmen Ernst Sutter AG, Schläpfer Altmetall AG, Steinemann Technology AG und City-Garage AG. Max Bersinger AG ist ebenfalls Teil des Intialclusters und soll zukünftig ebenfalls ab dem Wärmenetz versorgt werden.

Langfristig sollen die meisten an den Perimeter des energienetz GSG grenzenden Wohngebiete erschlossen werden. Die Erweiterung wird aber nur realisiert, wenn die grundlegenden technischen und wirtschaftlichen Kriterien dafür erfüllt sind. Aktuell laufen die Planungsarbeiten für den Perimeter «Winkeln Nord» (siehe «Was sind die nächsten Schritte?»).

Die Initianten

Initiantin des Anergienetzes – und damit verantwortlich für das Gesamtprojekt «wärmenetz GSG» – ist die energienetz GSG AG. Sie wurde im September 2018 für die Umsetzung und den Betrieb des Wärmenetzes gegründet.

Hinter der Unternehmung stehen die Gemeinde Gaiserwald, die Städte Gossau und St. Gallen, beide vertreten durch ihre Stadtwerke, und die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG. Die Städte Gossau und St. Gallen sowie die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) halten je rund 31.6% an der energienetz GSG AG, die Gemeinde Gaiserwald rund 5.2%. Die Geschäftsführung wird durch die St.Galler Stadtwerke wahrgenommen. Die Betriebsführung der Anlagen obliegt der SAK.

Welche Vorteile bietet das Heizen mit Wärme aus dem wärmenetz GSG?

  • Energie wird lokal produziert
  • Funktioniert praktisch wartungsfrei
  • Liefert saubere Energie
  • Verfügt über eine hohe Versorgungs- und Betriebssicherheit
  • Ist unabhängig von CO2-Abgaben
  • Die Energiekosten sind langfristig kalkulierbar
  • Die Kapitalbindung ist gering

Welche Kosten entstehen beim Anschluss an das wärmenetz GSG?

Die Kosten für die Erstellung des Anschlusses an das Anergienetz sowie der Energiepreis liegt je nach Wärmebedarf und Lastprofil im Bereich von rund 16 Rappen pro kWh für die gelieferte und aufbereitete Wärme beim Kunden (Vollkostenrechnung exkl. MwSt.).

Der bisherige Projektverlauf

Die ersten Kunden werden seit dem 1. Oktober 2019 mit umweltfreundlicher Wärme versorgt. Der weitere Ausbau ist in Planung.

Erreichte Meilensteine

  • Gründung der energienetz GSG AG: September 2018
  • Start Ausführungsprojektierung Abwärmeauskopplung Ernst Sutter AG: Februar 2019
  • Baustart Leitungsnetz: April 2019
  • Start Ausführungsprojektierung Zentralenbau: April 2019
  • Baustart Zentralenbau Steinemann Technology AG / Schläpfer Altmetall AG: Juni 2019
  • Baustart Abwärmeauskopplung Ernst Sutter AG: August 2019
  • Inbetriebnahme Leitungsnetz: September 2019
  • Inbetriebnahme Abwärmeauskopplung Ernst Sutter AG: Mitte September 2019
  • Inbetriebnahme Zentralenbau Steinemann Technology AG / Schläpfer Altmetall AG: Mitte September 2019
  • Operativer Betrieb seit 1. Oktober 2019
  • Integration Wärme-/Kälteerzeugung City-Garage AG: Dezember 2019
  • Abschluss Vorverträge Objekt «Shopping-Arena / kybunpark / IKEA» und DGS Druckguss Systeme AG: April / Juni 2021
  • Start Projektierung Tief- und Leitungsbauprojekt «Winkeln Nord»: April 2021

Was sind die nächsten Schritte?

Die Projektierungsarbeiten für die nächste Ausbauetappe sind gestartet. Fokus des aktuellen Ausbauprojekts liegt im Perimeter «Winkeln Nord».

Projektierungsperimeter Ausbauetappe «Winkeln Nord» (energienetz GSG AG)

Mit einigen Kunden im Ausbauperimeter konnten Vorverträge abgeschlossen werden. Mit weiteren potenziellen Kunden im Ausbaugebiet des Initialclusters werden aktuell die Möglichkeiten eines Anschlusses geklärt und Vorverträge für Energielieferverträge und Durchleitungsrechte vereinbart.

Ziel der  energienetz GSG AG ist, bis Ende Jahr die Finanzierung der Ausbauetappe  zu klären und die für die Ausführung notwendigen Bewilligungen zu erlangen.

Im weiteren Projektverlauf stehen die Gebiete Kreuzbühl und Kräzeren im Vordergrund. Alle Erweiterungsetappen werden nur realisiert, wenn die grundlegenden technischen und wirtschaftlichen Kriterien dafür erfüllt sind. Langfristig sollen die meisten an den Perimeter des energienetz GSG grenzenden Wohngebiete erschlossen werden.

Meilensteine des Ausbauprojekts

  • Auftragserteilung Projektierung Leitungsbau: erfolgt
  • Machbarkeit des Tief- und Leitungsbauprojekts
    Ausbauetappe 1 durch Fachplaner beurteilt: 30.09.2021
  • Businessplan und Sicherstellung Finanzierung
    Ausbauetappe: 30.10.2021
  • Abschluss Wärmeliefervertrage: Q4/2021
  • Baubewilligungen und Durchleitungsrechte: 31.12.2021
  • Investitionsentscheid: Q4/2021
  • Baustart: Q1/2022
  • Ziel Anschluss DGS / «Shopping Arena»: Q4/2022